Thomas Kanitz – Vorsitzender und Trainer
Im Alter von 7 Jahren begann ich mit dem Karateunterricht in Berlin Lichtenberg/ Karlshorst. In den 90er Jahren hatte Karate einen besonderen Stellenwert in der Bevölkerung der neuen Bundesländer. Das Interesse an dieser „neuen“ Kampfkunst war derart groß, dass es normal war mit 40-60 Kindern gemeinsam in einer Halle zu trainieren. Nach meinem Umzug nach Groß Glienicke mit meinen damals 13 Jahren war es mir wichtig dieses Hobby in der Karate Shotokan Akademie weiter zu pflegen und wöchentliche Fahrten nach Birkenstein, Hoppegarten oder Altlandsberg waren für mich kein Hindernis. So kam es, dass ich als 17-jähriger andere aus unserem Ort mit meiner Begeisterung für Karate anstecken wollte.
Ich lernte meinen Traumberuf Physiotherapie und fuhr mein Leben zweigleisig mit Beruf und Verein. Diese doppelte Bereicherung gehört neben meiner Familie mit zwei wunderbaren Kindern in meinem Leben einfach dazu.
Mittlerweile blicke ich auf 20 Jahre Berufserfahrung in Physiotherapie und Osteopathie, übe mehr als 30 Jahre Karate, habe 5 Jahre (nebenbei) Capoeira trainiert, bin über 20 Jahre Karatetrainer für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und pflege meine Gesundheit mit veganen Speisen, Lauftraining, Yoga und Tai Chi. Im Karate trage ich den 4. Dan (4. schwarzer Gürtel), welchen ich bei meinen Meistern Shihan Takeji Ogawa, Vaclav Liska und Katrin Aldus in einer Prüfung verliehen bekommen habe. Während eines Lehrganges in Eisenhüttenstadt konnte ich 2022 meine Graduierung von Uwe Waskow und Stanley Schulze im Rahmen der Richtlinien des DKV bestätigen.

Werner van Bebber – stellvertretender Vorsitzender
Sport habe ich immer gern gemacht, über viele Jahre vor allem Kraftsport. Zum Karate kam ich über meinen Sohn Willem. Er hatte als kleiner Junge mit dem Training bei Thomas begonnen. Mir gefiel am Karate die Verbindung aus Kampf und Kunst, aus Technik und Kopfarbeit. Ich beschäftigte mich mit der Geschichte, der Philosophie, der Herkunft. Die Faszination von den vielen Möglichkeiten, die Karate bietet, ist seither noch gewachsen. Im Fudo – Shin Dojo haben wir uns zeitweise und intensiv mit Ju Jutsu befasst; es zeigten sich die Berührungspunkte zwischen den Kampfsport-Arten. Karate hat mich als asiatische Kampfkunst nicht mehr losgelassen und ist Teil meines Lebens geworden. Die Prüfung zum 1. Dan absolvierte ich 2018 vor den von mir hoch geschätzten Senseis Takeji Ogawa, Vaclav Liska und Katrin Aldus. Im Zuge des Verbandswechsels wurde meine Graduierung 2022 von Uwe Waskow und Stanley Schulze, den Brandenburger Prüfern des DKV anerkannt. Und es geht weiter. Denn Karate kann man immer weiter machen.

Sophie Jäger – Schatzmeisterin
Seit 2025 stehe ich dem Fudo-Shin Dojo e.V. als Schatzmeisterin zur Verfügung.

Das Vereinsleben
Wir teilen unser Training in drei Gruppen auf, wobei die Jüngsten bereits im Kindergartenalter beginnen können. Die zweite Gruppe ist für Schulkinder gedacht und die dritte für alle ab 12 Jahre. Am Trainingsbetrieb nehmen neben den Groß Glienickern auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, aus den Nachbarorten Berlin Kladow/ Gatow, Seeburg, Dallgow, Falkensee, Fahrland, Neu Fahrland und Potsdam teil.
Um das Vereinsleben interessanter zu gestalten organisieren wir regelmäßige Wochenendlehrgänge, nehmen an Laufveranstaltungen wie dem 2 Seen-Lauf des SC 2000, oder der Cross Challenge teil, und nutzen das jährliche Dorffest für eine Demonstration, sowie den Austausch mit anderen Ortsvereinen.
Ganz nach unserem Leitsatz: „Im Entwicklungsprozess der Mitglieder deren Charakter zu schulen und ein gesundes Bewegungsverhalten auf dem Weg der Kampfkunst anzubahnen.“, besuchen wir auch Lehrgänge bei anderen Verbänden, Stilrichtungen und Kampfkünsten. Wie die meisten Karateka auf der Welt sind auch wir im Shotokan-Stil zu Hause. Warum wir uns auch von anderen Kampfkünsten inspirieren lassen und im Shotokan eine große Vielfalt sehen, möchte ich kurz erläutern:
Da jeder Mensch einen anderen Körper hat, wird jeder Mensch auch andere Techniken für sich präferieren. Wer eine Vorliebe für Fußtechniken hat, wird sich wahrscheinlich im Taekwondo, Capoeira oder Taido Karate zu Hause fühlen. Wer gut greifen kann oder lieber nah am Partner arbeitet, wird sich wahrscheinlich im Judo, Grabling oder Goju-Ryu Karate gut aufgehoben fühlen. Man sagt, Shotokan Karate sei eher für die lange Distanz gedacht. Das sehe ich nicht ausschließlich so. Denn jede Kampfkunst, jeder Stil, jedes System bietet ein breites Repertoire an technischen Möglichkeiten. Es gibt viel Interpretationsspielraum und Schnittmengen in den Anwendungen und Durchführungen von Techniken oder Kombinationen. Es wird auch jeweils ein Weg aufgezeigt, wie man in der Disziplin zur Meisterschaft, dem Schwarzen Gürtel (Dan) gelangen kann, egal welchen Körper man mitbringt. Wir können also viel voneinander lernen.
Von 2014 – 2020 haben wir jeden Freitag Ju Jutsu angeboten. Leider sind Steffen und Doreen umgezogen und haben in Falkensee eine neue Kampfkunst-Heimat gefunden.
Ich denke ein interkultureller Austausch dient der Weiterentwicklung jedes Einzelnen, egal welche Kampfkunst geübt wird.
Thomas Kanitz
Die Geschichte des Vereins
Der Trainingsbetrieb des Dojo Groß Glienicke begann im September 1998 im Jugendclub des Ortes. Da die kleine Gruppe immer gößer wurde reichte der Platz im Begegnungshaus / «Villa To» nicht mehr aus um ein effektives Training für Kinder und Jugendliche durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir in die Turnhalle des Fußballclubs SG Rot – Weiß Groß Glienicke ausweichen. Wie vielen anderen ortsansässigen Vereinen kam es uns auch gelegen, das für die benachbarte «Hanna von Pestalozza – Grundschule» eine neue Turnhalle gebaut wurde. Die Halle am Hechtsprung bietet unseren Mitgliedern optimale Möglichkeiten unsere Karatetechniken zu üben sowie die Grundlagen Kraft, Koordination, Ausdauer, Dehnung … zu schulen.
Am 5. Mai 2003 hat sich der FSD e.V. (Fudo – Shin Dojo e.V.) entschlossen ein eigenständiger Verein zu werden.
Die Wurzeln unseres Vereines liegen in der Karate Shotokan Akademie Berlin&Brandenburg e.V. in welcher ursprünglich die Lehre von Shihan Taiji Kase (9.Dan) weitergegeben wurde. Er war einst direkter Schüler von Gichin Funakoshi, dem Begründer des modernen Karate, und dessen Sohn Yoshitaka Funakoshi. Großmeister Shihan Taiji Kase verstarb am 24.11.2004. Unseren Namen haben wir aus einer seiner Schriften übernommen: „Das Karate ist ein Weg, den man das ganze Leben ausübt, um FUDO – SHIN zu erreichen.“ FUDO – SHIN kann als «stabiler Geist» übersetzt werden.
Seit 2002 pflegten wir innerhalb der KSA B&B engen Kontakt zu zwei besonderen Menschen in der Welt der Kampfkunst, welche wir regelmäßig nach Hoppegarten einluden und sie in ihren Heimatländern besuchten. Wir konnten viel von Shihan Takeji Ogawa (10. Dan im Gojo – Ryu) aus Österreich und Sensei Václav Liška (8. Dan und Tai Chi Experte) aus Tschechien lernen. Katrin Aldus prägte diese Entwicklung maßgeblich und verhalf der KSA B&B zu vielen neuen Danträgern. Sämtliche Veranstaltungen wie die Trainingslager in Brückentin, Ahlbeck und Vlachovice (Tschechien), Die Wochenendlehrgänge mit Herrn Ogawa, Wenzel und Jirka, die Meisterschaften, Ausbildung von Instruktoren, Kampfrichter und Prüfer sind Teil ihres Lebenswerkes.
2020 war Corona-bedingt für alle Sportvereine ein besonderes Jahr. Kurz nachdem wir die renovierte Turnhalle nach einem Wasserschaden von 2019 wieder betreten konnten, kam die amtliche Schließung. Alle Präsenzveranstaltungen fielen aus und wir wurden zur Kreativität gezwungen. Im ersten Lockdown haben wir Kurzvideos produziert, welche alle Mitglieder zum eigenen Training motivieren sollten. Im zweiten Lockdown führten wir das Onlinetraining ein. Eine ganz neue und besondere Trainingserfahrung für die Teilnehmenden und die Trainer*innen. Als es wieder erlaubt war draußen zu trainieren, haben wir dadurch gleich die nächsten neuen Erfahrungen gesammelt. Training auf Abstand, in Kleingruppen, Training außerhalb der gewohnten Halle, fast wöchentliche Änderungen in den Kontaktregeln, … Zum Glück bietet unser Sport ein so facettenreiches Repertoire, dass es relativ unkompliziert war das Training mit Inhalt zu füllen.
2021 haben wir uns entschlossen den Verband zu wechseln und in den Deutschen Karate Verband (DKV), sowie dem Karate Dachverband Brandenburg (KDB) einzutreten. Vom Präsidium des KDB und dem Stilrichtungsreferenten für Shotokan, Stanley Schulze, wurden wir aufgenommen. Es fanden einige Gespräche im Vorfeld statt, wir haben uns alle! einer Angleichungsprüfung unterzogen, wir haben viele neue Aufgaben fürs Training erhalten, denn die neue Prüfungsordnung enthielt neue Kombinationen, eine andere Katareihenfolge, und Elemente im Kumite, welche wir bisher nicht kannten. Die Herausforderungen nahmen wir dankend an und machten uns an die Arbeit.
Regional betrachtet, bot der Verbandswechsel noch weitere Vorteile. Allein in unserer Stadt Potsdam gab es sieben weitere Karatevereine innerhalb des KDB und fünf davon trainieren ebenfalls den Stil Shotokan. Es entstand die Idee einen gemeinsamen Lehrgang auszurichten. Bereits der erste im Jahr 2023 war mit den Trainern Stanley Schulze (Stilrichtungsreferent Shotokan) und Thomas Richtsteig (Stilrichtungsreferent Goju Ryu) und über 100 Teilnehmenden, ein riesengroßer Erfolg. Dieses Format und die Zusammenarbeit mit den Potsdamer Karatevereinen wurde weiter ausgebaut. Jährlich veranstalten wir nun einen gemeinsamen Lehrgang in Potsdam. Und zudem tauschen wir uns regelmäßig in Form der Dojo-Rotation, inhaltlich mit Karatethemen aus.
In der Zeit ergab sich der freudige Umstand, dass gleich fünf Braungurte den Weg in unser Dojo fanden und nach einer Pause wieder in die Karatewelt einsteigen wollten. Neben Gordon, Sophie (und Ralf) aus anderen Karate-Verbänden, sind Finja und Anke aus Zeiten der KSA wieder bei uns. Anke hat direkt an ihre damalige Zeit angeknüpft und die Vorschulkindergruppe wieder aufleben lassen. Vielen Dank, dass Ihr mit Euren Ideen, Eurem Trainingseifer und Eurer Unterstützung auf so vielen Ebenen, das Vereinsleben bereichert.
Die Wintersaison 2025/26 ist auf Grund besonderer Umstände in die Memoiren der Vereinsgeschichte eingegangen. Die Sauberkeit der Turnhalle, sowie der Umkleidekabinen und Sanitärräume war schon immer ein leidiges Thema. Doch als die Reinigungsfirma das Mischungsverhältnis beim Putzmittel verfehlte, zersetzte dies den Fußboden einiger Unterrichtsräume und es entstand eine gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung.
(Kleine Anmerkung: Meines Erachtens ist dies auf einen Systemfehler zurückzuführen. Im öffentlichen Dienst nur jährlich planen zu können und in erster Linie auf die günstigsten Anbieter zu „vertrauen“, ist Fehleranfällig.)
Daraufhin wurde die Hanna von Pestalozza Grundschule vom Gesundheitsamt geschlossen und der Unterricht in umliegende Gebäude, und eben auch in die Turnhalle verlegt. Wir Vereine im Ort haben viele Varianten gedacht, geplant, ausprobiert und eine Übergangslösung gefunden, um den Trainingsbetrieb für die einzelnen Sportgruppen aufrecht erhalten zu können. Vielen Dank an alle Beteiligten! Für die Kindergruppen konnten nach einer kurzen Pause, Zeiten in der benachbarten, kleinen Halle organisiert werden. Für uns Jugendliche und Erwachsene bestand jedoch nur die Möglichkeit draußen zu trainieren.
Das war eine „coole“ Erfahrung.
Auch hier sei wieder erwähnt, dass unsere Sportart ein unendlich großes Repertoire anbietet und wir für jede Situation genügend Übungen zur Auswahl haben.